Warum die Standardfelder hier nicht reichen
Die Eingabemasken der Plattformen sind für Verbrenner entstanden. Hubraum, Getriebe, Kraftstoff – das lässt sich alles ankreuzen. Für die Angaben, über die beim E-Auto tatsächlich entschieden wird, gibt es dagegen oft kein Feld.
Was kein Feld hat, muss in die Beschreibung. Sonst steht es nirgends – und der Interessent fragt es einzeln nach, oder er fragt gar nicht erst.
Die fünf Fragen, die ohnehin kommen
- Wie lädt das Auto? Wechselstrom mit wie viel kW, Gleichstrom mit wie viel kW. Diese Werte stehen in den Fahrzeugunterlagen – du musst sie nicht schätzen.
- Was liegt an Ladezubehör bei? Ziegel für die Haushaltssteckdose, Typ-2-Kabel, Wallbox – jedes Teil einzeln nennen. Dazu unten mehr.
- Läuft noch eine Garantie auf den Antriebsakku? Wenn ja: bis wann oder bis zu welcher Laufleistung, und woraus das hervorgeht.
- Wie wurde geladen? Überwiegend zu Hause, überwiegend Schnellladen, gemischt. Das ist eine Angabe über deine Nutzung – die kannst du machen.
- Beim Hybrid: wurde er geladen? Ein Plug-in-Hybrid, der nie am Kabel hing, ist ein anderes Fahrzeug als einer, der täglich geladen wurde. Interessenten fragen das.
Keine dieser fünf Antworten verlangt von dir eine Beurteilung. Es sind Angaben aus Unterlagen oder aus deiner eigenen Nutzung.
Batteriezustand: belegen oder offenlassen
Der Zustand des Antriebsakkus ist die Angabe, um die sich beim E-Auto alles dreht – und genau deshalb die, bei der am meisten geraten wird. Die Regel dafür ist dieselbe wie bei jeder anderen Zustandsaussage:
Entweder du hast etwas in der Hand, das die Zahl trägt – oder du schreibst, dass du sie nicht hast. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.
Zwei Wege, beide brauchbar
Mit Beleg: „Zustandsanzeige des Antriebsakkus aus dem Fahrzeugmenü: Screenshot in Bild 9, aufgenommen am 12.08.2026 bei 61.400 km.“
Ohne Beleg: „Eine Messung des Batteriezustands liegt mir nicht vor. Eine Auslesung bei einer Werkstatt vor dem Kauf ist ausdrücklich willkommen.“
Der zweite Satz wirkt auf den ersten Blick schwächer. Er ist es nicht: Er sagt genau, was du weißt, und lädt zur Überprüfung ein. Eine ausgedachte Prozentzahl hält der ersten Rückfrage nicht stand – und wenn sie fällt, fällt der Rest der Beschreibung mit.
Reichweite: die häufigste Falle
Reichweite ist keine feste Eigenschaft eines Fahrzeugs. Sie hängt an Temperatur, Geschwindigkeit, Beladung und Fahrweise. Wer eine Zahl ins Inserat schreibt, macht aus einer veränderlichen Größe eine Zusage – und wird bei der Probefahrt daran gemessen.
- Nicht: „Reichweite 380 km.“
- Sondern: „Auf meiner Pendelstrecke, überwiegend Landstraße, komme ich im Sommer auf rund 300 km, im Winter deutlich weniger.“
Der zweite Satz ist länger und nennt eine kleinere Zahl. Er ist trotzdem der bessere: Er ist als eigene Beobachtung erkennbar, er nennt die Bedingungen, und er nimmt dem Interessenten die Sorge, dass hier schöngerechnet wird. Dasselbe Prinzip gilt für alle Angaben, die von der Nutzung abhängen – siehe Kilometerstand einordnen.
Ladezubehör gehört auf die Liste, nicht in einen Nebensatz
Ladekabel und Adapter sind beim E-Auto keine Kleinigkeit – sie kosten einzeln Geld, und ihr Fehlen fällt erst nach dem Kauf auf. Zähl sie einzeln auf, statt „inkl. Ladezubehör“ zu schreiben. Wie das systematisch geht, steht im Ratgeber Zweitschlüssel, Reifen und Zubehör.
Und fotografiere die Teile. Ein Bild der ausgelegten Kabel beantwortet die Frage schneller als jeder Satz – und es zeigt zugleich, dass es sie wirklich gibt.
Was in diesem Artikel bewusst nicht steht
Technik und Förderung gehören woandershin
Wie gut ein Antriebsakku noch ist, ob ein Defekt vorliegt und was eine Instandsetzung bedeuten würde, sind technische Fragen. Dieser Artikel beantwortet sie nicht. Dafür gibt es Werkstätten, den Hersteller und Sachverständige.
Fragen zu Förderungen, Steuer oder Umweltbonus sind rechtliche und steuerliche Fragen und ändern sich laufend. Auch die beantwortet dieser Artikel nicht – und ins Inserat gehören sie nur, wenn du sie belegen kannst.
Was wir uns dabei ansehen
Beim E-Auto entscheidet sich viel daran, ob die Angaben, die kein eigenes Feld haben, überhaupt im Text vorkommen – und ob sie als Beobachtung oder als Zusage formuliert sind. Genau darauf sehen wir uns deinen Inseratstext an: was fehlt, was sich widerspricht und was sich vorsichtiger sagen lässt, ohne schwächer zu wirken. Im Basic-Paket bekommst du Titel und Beschreibung fertig formuliert zurück.
Unser Blick gilt dem Inserat, nicht dem Fahrzeug: Wir messen keinen Batteriezustand, prüfen nichts technisch und stellen kein Gutachten aus. Der kostenlose Kurzcheck nennt dir die konkreten Punkte, an denen dein Inserat Fragen offenlässt – ohne Zahlungsdaten.

