Die eine Aufgabe des Titels
Ein Käufer scrollt durch dreißig Inserate. Er liest keine Titel – er überfliegt sie und sucht nach Anhaltspunkten, ob dieses Auto überhaupt in Frage kommt. Der Titel muss ihm in einem Blick beantworten: Welches Auto ist das genau?
Überzeugen ist nicht seine Aufgabe. Dafür ist die Beschreibung da, und die liest nur, wer vorher geklickt hat. Wer den Titel für Werbung nutzt, verliert den Klick, bevor er ihn bekommt.
Der Aufbau, der funktioniert
Vier Bausteine, in dieser Reihenfolge:
- Marke und Modell – inklusive Generation, wenn sie üblich ist (Golf VII, 3er E90).
- Motorisierung – Hubraum und Variante, so wie sie in Suchfiltern steht (1.4 TSI, 320d).
- Ausstattungslinie – Comfortline, Style, Avantgarde. Sie sagt mehr über die Ausstattung als fünf einzelne Merkmale.
- Ein Vertrauensmerkmal – das stärkste, das du hast: Scheckheft, HU-Datum, Erstbesitz, geringe Laufleistung.
Der vierte Baustein ist der, den fast alle weglassen – und der als einziger einen Grund liefert, ausgerechnet dieses Inserat zu öffnen.
Beispiele
Drei Fahrzeuge, drei Titel
Gut: VW Golf VII 1.4 TSI Comfortline, Scheckheft, HU 05/2027
Schwach: Golf zu verkaufen, guter Zustand
Gut: BMW 320d Touring Advantage, 1. Hand, 98.000 km
Schwach: BMW Kombi TOP gepflegt!!!
Gut: Dacia Sandero 1.0 TCe Comfort, EZ 2021, Garagenwagen
Schwach: Kleinwagen günstig, ideal für Fahranfänger
Die schwachen Varianten haben eines gemeinsam: Sie beschreiben eine Kategorie. Gesucht wird aber nach einem Fahrzeug. Wer „Kleinwagen“ schreibt statt „Dacia Sandero“, taucht in keiner Modellsuche auf.
Drei Pannen, die man ständig sieht
- Abgekürzt bis zur Unkenntlichkeit. „Sitzhzg vorne hin…“ – wer so abkürzt, spart vier Zeichen und verliert die Lesbarkeit. Zwei ausgeschriebene Merkmale sind mehr wert als vier abgekürzte.
- Doppelte Variantenangabe. „2.0 TSI DSG GTI GTI“ oder „2.0 TSI DSG 4MOTION BMT R R“ – entsteht, wenn man die Ausstattungslinie noch einmal in das freie Titelfeld schreibt, obwohl die Plattform sie schon führt. Sieht nach Unachtsamkeit aus, und das an der Stelle, die ein Käufer zuerst liest.
- Abgeschnitten. Jede Plattform kürzt lange Titel mit drei Punkten. Was hinten steht, ist in der Ergebnisliste verloren – deshalb gehört das Wichtigste nach vorn und nicht das Vertrauensmerkmal ans Ende einer zu langen Zeile.
Zeichenfresser, die nichts bringen
- „Zu verkaufen“ – das ist auf einer Verkaufsplattform bereits klar.
- „TOP“, „Schnäppchen“, „gepflegt“, „muss man sehen“ – nicht überprüfbar, also wertlos für die Entscheidung.
- Ausrufezeichen und Großbuchstaben – wirken unruhig und werden auf manchen Plattformen normalisiert.
- „Von privat“ – gehört in die Beschreibung, nicht in den Titel.
- Aufzählungen einzelner Extras – Klima, Navi, AHK: dafür ist die Ausstattungsliste da.
Faustregel: Wenn eine Angabe nicht dabei hilft, das Fahrzeug zu identifizieren oder ihm zu vertrauen, gehört sie nicht in den Titel.
Schnelltest
Lies deinen Titel und frage: Könnte jemand danach gezielt suchen? Wenn kein Wort darin vorkommt, das ein Käufer in ein Suchfeld tippen würde, ist der Titel noch Werbung und noch keine Auskunft.
Titel und Beschreibung fertig formuliert
Im Basic-Paket bekommst du beides für dein Fahrzeug: einen Titel nach diesem Aufbau und die passende Beschreibung dazu, fertig zum Übernehmen – plus fünf vorbereitete Antworten auf typische Käuferfragen.
Wir sehen uns dein Inserat an, nicht dein Fahrzeug, und versprechen weder einen Verkauf noch eine bestimmte Zahl an Anfragen. Wie ein Report aussieht, zeigt der Beispielreport; der Kurzcheck ist kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Zahlungsdaten.

